Johannes Ganesh

Johannes Ganesh vertritt eine geerdete, alltagstaugliche Spiritualität, die er „The Art of Layering“ nennt und die alle Lebensbereiche mit einschliesst. Mit Willenskraft und Disziplin werden Gewohnheiten durch spirituelle Praxis ersetzt, und zwar jenseits von Therapie und Life-Style. Er glaubt an eine Spiritualität des Individuums: „Es gibt so viele Wege, wie es SchülerInnen gibt.“

Johannes (Jahrgang 1960) lebte und arbeitete seit 1981 als Choreograph und Tanzdozent in den Niederlanden, der Schweiz, Indien und Deutschland. In den 80ern und den 90ern war er Sufi-Meditations-Lehrer in Amsterdam (Niederlande) sowie in Vorarlberg (Österreich). Seit 1986 befasst er sich mit traditionellem Hindu-Tantra. Er praktiziert und lehrt Tantra-Yoga. Seine wichtigsten Lehrer waren Munir Voss (Heidelberg/Deutschland), Yogi Devnath (Allahabad/Indien) und Swami Vivekananda (Rishikesh/Indien). Ab 2001 folgte er einige Jahre dem deutschen Zweig der Yoga- und Tantraschule des Rumänen Gregorian Bivolaru. 2017 erhielt er die Einweihung in das Kamakala in der Linie von Telenga Swami (Varanasi/Indien). Ein wichtiges, spirituelles Erlebnis (2017) veranlasste ihn, den traditionellen tantra-yogischen Weg zu lehren. Johannes Ganesh ist leidenschaftlicher Vater von fünf Kindern.

Lehrer in traditionellem Tantra, Tantra-Yoga, Laya Yoga, Yoga Nidra, Meditationen mit Mantras verschiedener spiritueller Systeme wie Sufismus, christliche Mystik, buddhistischem und hinduistischem Tantra; Yin-Yang-Masseur.

Was mir als Leiter wichtig ist

Mehrgewinn für die Teilnehmenden!
In meinen Kursen erhält man Tipps, Methoden, Techniken und Werkzeuge, die tantrische Spiritualität in alltagstauglicher Form zu lernen. Ziel jeglicher Spiritualität ist die Verwirklichung des göttlichen Potentials im Menschen. Tantra zeigt uns die schnellste und effektivste Variante hierfür auf.

Was zeichnet meine Art und Weise aus, Seminare zu leiten?

Was ich lehre, habe ich ausnahmslos selbst erlebt und praktiziert. Ich kenne die Variationen der verschiedenen Techniken, ihre Wirkungen und auch Gefahren, falls sie falsch praktiziert werden. Meine Seminare zeichnen sich daher durch einen sehr persönlichen Ansatz aus, wobei ich viel aus meinem eigenen Leben und von meinen eigenen Erfahrungen berichte.

Mein Credo

Ich würde mich als Feministen bezeichnen, wobei ich immer wieder bemerke, dass dies eine nie endende Entwicklung ist. Für mich steht auch in der Spiritualität d.h. im Tantra das Weibliche zentral. Daher bin ich seit fast 20 Jahren ein Kali-Verehrer.
Ich lebe das tantrische Motto: „Wahre Männlichkeit zeigt sich in dem Grad der Verehrung, die ein Mann einer Frau entgegenbringt.“

Wir stellen unseren SeminarleiterInnen dieselben sechs Interview-Fragen – hier findest du ihre ganz persönlichen Antworten:

Was ist dir wichtiger: Lieben oder geliebt werden?

Das eine geht nicht ohne das andere. Man kann anderen nur so viel bedeuten, wie man sich selbst bedeutet. Die Liebe zu sich selbst kommt zuerst, dann erst kann die Liebe zu anderen folgen. Für manche Menschen wird die Liebe zu sich selbst irgendwann zur Liebe zum Göttlichen … Von anderen geliebt zu werden ist dabei nicht so wichtig. Liebe ist etwas, das durch uns hindurchströmt. Wir können es nicht „halten“ … ebensowenig wie wir seine Richtung bestimmen können. Wir können nur „ja“ oder „nein“ dazu sagen.

Womit solltest du anfangen?

Ich nehme an, das bezieht sich auf die Liebe. Unsere Liebesfähigkeit hängt davon ab, wie und wie sehr wir von unseren Eltern geliebt wurden als wir Kinder waren. Daher sollten wir unsere Kinder lieben und zwar so, dass sie es spüren, dass sie niemals an dieser Liebe zweifeln, dass sie daraus schöpfen und sich selbst dadurch vollkommen annehmen und lieben. Das ist der Beginn der Liebe in diesem Leben.

Wann hast du zuletzt wirklich etwas riskiert und was war das?

Vor fünf Jahren habe ich alles hinter mir gelassen und zog mit meiner Familie nach New Delhi. Wir hatten nicht vor zurückzukehren. Dann kam alles anders. Ich würde so etwas jeder Zeit wieder tun.  Ansonsten riskiere ich jeden Tag meinen Verstand, wenn ich mich morgens hinsetze und meditiere.

Was hat dich in deinem Leben bisher weiter gebracht: Vernunft oder Unvernunft?

Das hängt davon ab, woran man Vernunft misst. Wenn es darum geht, dass man möglichst viel Geld verdient, dass man rational entscheidet und möglichst jeden Schritt berechnet, dann bin ich ein sehr unvernünftiger Mensch. Wenn es aber darum geht,  die Wahrheit zu finden und diese zu leben, sein inneres Potential zu verwirklichen und die inneren Werte zu mehren, dann bin ich einer der vernünftigsten Menschen, die ich kenne.

Hättest du dich gern selbst als Freund?

Ich weiss nicht. Ich weiss nur, dass es einige Menschen in meinem Leben gab, die mir viel ermöglichten, ohne dabei auf ihren eigenen Vorteil zu schauen. Das versuche ich auch. Ich würde also so antworten: Ich gebe mir Mühe so zu sein wie die Menschen, die mir gute Freunde waren, als ich ein junger Mann war.

Bist du eher ein Weltenbummler oder eine Heimatscholle?

Ich bin ganz klar ein Vagabund. Ich fahre jede Woche ca. 800 km mit dem Zug, oft sogar bis zu 2000 km. Ich bin in meinem Leben mehr als 50 Mal umgezogen und wäre ehrlich gesagt lieber in einem anderen Land als hier in Deutschland.

Termine mit Johannes Ganesh: